18. Feb 2025
Heitere Stimmung beim Erstkommunionwochenende von Müs und Bimbach.
Wie in jedem Jahr machten sich auch dieses Jahr die Erstkommunionkinder aus Bimbach und Müs auf den Weg ins Ludwig-Wolker-Haus nach Kleinsassen. Hier wurden die Kinder auf ihre erste Heilige Beichte vorbereitet und legten diese am Samstagnachmittag auch ab. Neben der ernsthaften Vorbereitung gab es jedoch auch viel Freude und lachende Gesichter.
Ein ruhiger Freitagnachmittag inmitten des Biosphären Reservats Rhön, an einem Februarwochenende. Doch die Ruhe sollte nicht von Dauer sein. Schon machten sich 20 aufgeregte Kinder aus Müs und Bimbach, in den Autos ihrer Eltern und Katecheten auf den Weg in Richtung Milseburg.
Schließlich begann das Wochenende mit einer ersten Erklärrunde und einem Weggottesdienst, bei dem eine Vase zu Bruch ging. Die zerbrochene Vase symbolisiert den zwischenmenschlichen Schaden, den Streit, Lügen und die Sünde zwischen uns Menschen anrichten können. Die Kinder folgerten selbstständig, dass ein zerbrochener Gegenstand leichter zu reparieren oder zu ersetzen ist, als die gute Beziehung zu den Eltern, Geschwistern und Freunden. Ein erster Schritt eine zwischenmenschliche Beziehung wieder zu heilen, ist die Einsicht und die feste Vornahme, es besser machen zu wollen. Eine solches Bekenntnis zur Einsicht kennen wir auch aus der Feier der Heiligen Messe. Im Schuldbekenntnis bekennen wir vor Gott, dass wir keine perfekten Menschen sind und das wir der Vergebung und der Verbesserung bedürfen. Darum haben die Erstkommunionkinder dieses wichtige Gebet auch im Weggottesdienst kennengelernt und im Laufe des Wochenendes noch weiter vertieft.
Dem traditionellen Freitagsgebot folgend, gab es zum Abendbrot keine Wurst fürs Brot. Jedoch scheint keines der Kinder einen Verlust gespürt zu haben, wurden doch leckere Laugenstangen mit und ohne geschmolzenen Käse von den netten Damen der Hauswirtschaft gebacken und neben reichlich Rohkost und vielen verschiedenen Käsesorten angeboten. Am Ende waren alle gut gestärkt für die Saujagd durch das Haus.
Bei klirrender Kälte und finsterer, sternenklarer Nacht ging es am dunklen Wald des Stellbergs entlang, mit Sicht auf die Milseburg. Unterwegs wurde den Kindern die Geschichte des Riese Mils erzählt und erklärt, was der Riese mit dem Heiligen Kilian und unserem Glauben an Jesus zu tun hat.
Der Samstag begann für die einen etwas früher und für die anderen etwas später. Pünktlich um halb Acht feierte Pfarrer Hartel mit den Frühaufstehern die Heilige Messe in der Hauskapelle des Ludwig-Wolker-Hauses. Eine dreiviertel Stunde später kamen dann auch die Kinder, welche es etwas länger in ihren Betten ausgehalten haben in die Kapelle. Dort wurde mit der feierlichen Weihe des Weihwassers in den Tag gestartet.
Nach dem stärkenden Frühstück spürten die Kinder in einer Katechese noch einmal, wie sehr Streit und Sünde zwischen zwei Menschen stehen kann. Die Kinder erfuhren, dass die Beichte dafür da ist, um aus der Sünde sprichwörtlich die Luft rauszulassen, damit sich zwei Menschen wieder in die Augen sehen können.
Ein besonderer Gast war in diesem Jahr auch wieder im Ludwig-Wolker-Haus vorbeigekommen. Die kecke Laurentia, bekannt aus Kirche und Fastnacht löcherte den Pfarrer mit ihren Fragen zum Thema Beichte. In lockerer Atmosphäre konnte hierbei ein wenig Anspannung und Angst der Kinder abgebaut werden. Der anschließende Besinnungsspaziergang von der Unterkunft rüber zu den Milseburgstuben und zurück machte den Kopf der Kinder frei und konnte dem ein oder anderen nochmal dabei helfen, darüber nachzudenken, was man persönlich überhaupt gleich beichten soll.
Der Abend dieses aufregenden Tages stand schließlich unter dem Zeichen der Geselligkeit. Bei vielen Spielen konnten die Kinder mit ihrem religiösen Wissen glänzen, aber auch ihr Geschick unter Beweis stellen. Besonders viel Unterhaltungswert hatten die Tanzeinlagen und der berühmte Pommes-in-der-Flasche-Sketch „Palim, Palim“ von Dieter Hallervorden.
Da nicht alle Kinder gleichzeitig bei Pfarrer Hartel beichten gehen können, wurden verschiedene Stationen im Ludwig-Wolker-Haus eingerichtet. So wurden Handschmeichlerkreuze geschliffen, Lieder gesungen und Fürbitten gemeinsam formuliert. Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden wurde die Beichte dann mit einem Weggottesdienst zur Versöhnung und dem anschließenden Verbrennen der Beichtzettel abgeschlossen.
Und schon war der letzte Tag angebrochen. Nach dem Morgengebet und dem Frühstück wurden fleißig und ordentlich die Zimmer geräumt und die Koffer gepackt. Bei einer kleinen Reflexionsrunde konnten die Kinder sagen, ob sie sich im Haus wohlgefühlt haben und ob das Essen geschmeckt hat. Beides haben die Kinder äußerst positiv bejaht. Schließlich durften die Kinder auch noch den Ablauf des Wochenendes bewerten und mit welchem Gefühl sie dann nachhause gehen werden. Schließlich wurde in der Kapelle noch die Heilige Messe gefeiert, welche durch die Kinder mitgestaltet wurde. Besonders aufgeregt waren sicherlich jene vier Kinder, welche erstmalig als Ministrant an der Heiligen Messe mitwirken durften.
Nachdem Mittagessen wurde sich noch verabschiedet und ein gemeinsames Vater- Unser für den Heimweg gesprochen. Dankbar und müde stiegen die Kinder wieder in die Autos ihrer Eltern und fuhren nachhause.